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Kostenhilfe bei der Zwangsversteigerung: Verfahrenshilfe für Beteiligte

Verfahrenshilfe im Exekutionsverfahren: Voraussetzungen, mögliche Begünstigungen, richtiger Zeitpunkt und verbleibende Kostenrisiken bei einer Liegenschaftsfeilbietung.

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Salzburger Kanzlei für Immobilienrecht, Unternehmensrecht und Zivilverfahren

Wir prüfen die Gerichtsakte und die Objektunterlagen, erklären die voraussichtlichen rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen und vereinbaren mit Ihnen den nächsten Schritt.

3. September 2026, Mag. Bernhard Brandauer, Rechtsanwalt

Verfahrenshilfe kann auch in einem Exekutionsverfahren eine wichtige Kostenentlastung bringen. § 78 EO verweist für die Voraussetzungen und Wirkungen auf die Bestimmungen der Zivilprozessordnung, soweit die Exekutionsordnung keine eigene Regel trifft.

Entscheidend sind die wirtschaftliche Bedürftigkeit, die Erfolgsaussicht des konkreten Verfahrens und der genaue Umfang der beantragten Begünstigungen. Verfahrenshilfe ersetzt keine Prüfung der Gerichtsakte und ist keine pauschale Befreiung von jedem Kostenrisiko.

Erste Einordnung

Welche Frage ist bei Ihrer Kostenhilfe noch offen?

Ordnen Sie Rolle, Verfahrensstand und die fehlenden Unterlagen für den nächsten Schritt.

Sie wissen schon, dass Sie ein anwaltliches Gespräch möchten? Gehen Sie direkt zum Kontaktformular.

01 Frage 1

Welche Rolle haben Sie im Verfahren?

Alle Pfade im Überblick

Übersicht aller Ausgänge.

01

Vermögens- und Verfahrensunterlagen ordnen

Ordnen Sie die Angaben zu Einkommen, Vermögen, Unterhaltspflichten und laufenden Belastungen. Ergänzen Sie die konkrete Exekutionsakte und bezeichnen Sie die gewünschte Begünstigung.

Versteigerungsakte ordnen →
02

Verfahrensstand und konkrete Kosten prüfen

Ordnen Sie den letzten gerichtlichen Beschluss, Zustellnachweis und die Kostenfrage. Erst danach lässt sich der Antrag auf die konkrete Verfahrenshandlung ausrichten.

Gerichtliche Unterlagen prüfen →
03

Handlung und gewünschte Begünstigung bezeichnen

Bezeichnen Sie den konkreten Antrag, die betroffene Liegenschaft und die gewünschte Kostenbegünstigung. Eine allgemeine Bitte um Kostenhilfe lässt den Umfang offen.

Aktenstand ordnen →
04

Aktenstand vor dem Antrag klären

Prüfen Sie zuerst, ob es um das Exekutionsverfahren selbst, eine einzelne Eingabe oder einen gesonderten Rechtsstreit geht. Die Zuordnung bestimmt den sinnvollen Antrag.

Versteigerungsakte ordnen →
05

Frist, Akte und Antrag zusammenführen

Sichern Sie den Kostenbescheid oder die gerichtliche Aufforderung mit Zustellnachweis. Ein Antrag muss zur konkreten Verfahrenshandlung und zum richtigen Zeitpunkt passen.

Gerichtliche Bedingungen prüfen →
06

Verfahrensrolle und Unterlagen festhalten

Halten Sie fest, in welcher Rolle Sie handeln und welche gerichtliche Handlung bevorsteht. Erst daraus ergibt sich, welche Begünstigung sinnvoll beantragt werden kann.

Versteigerungsakte ordnen →

Für welche Verfahren gilt die Kostenhilfe?

§ 78 EO stellt die Verbindung zwischen dem Exekutionsverfahren und den Verfahrenshilfevorschriften der Zivilprozessordnung her. Die Prüfung bezieht sich auf das konkrete Verfahren und die konkrete Verfahrenshandlung. Bei einer Liegenschaftsfeilbietung müssen Sie deshalb den Exekutionsakt, das Gericht und Ihre Rolle genau angeben.

Ein Antrag auf Verfahrenshilfe für einen gesonderten Rechtsstreit deckt nicht automatisch jede Handlung im Exekutionsverfahren ab. Die Verfahrensart und der gewünschte Umfang gehören daher an den Anfang des Antrags.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Nach § 63 ZPO setzt Verfahrenshilfe voraus, dass eine Partei die Kosten der Prozessführung wegen ihrer Einkommens- und Vermögensverhältnisse nicht tragen kann, ohne den notwendigen Unterhalt für sich oder unterhaltsberechtigte Personen zu beeinträchtigen. Das Gericht beurteilt die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse anhand der Angaben und Belege.

Zusätzlich darf die beabsichtigte Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung nicht offenbar mutwillig oder aussichtslos sein. Eine nachvollziehbare Darstellung des Verfahrensstands und des angestrebten Schritts hilft, diese Prüfung auf die richtige Frage zu lenken. Eine bloße allgemeine finanzielle Belastung ersetzt die gesetzlich erforderliche Prüfung nicht.

Welche Begünstigungen können beantragt werden?

§ 64 ZPO nennt unterschiedliche Begünstigungen. Dazu können je nach Verfahrenslage insbesondere die einstweilige Befreiung von bestimmten Gebühren und Auslagen sowie die Beigebung eines Rechtsanwalts gehören. Das Gericht entscheidet über die beantragten Begünstigungen und deren Umfang.

Formulieren Sie deshalb konkret, welche gerichtliche Handlung bevorsteht und welche Entlastung Sie dafür benötigen. Vermögensbekenntnis, Belege, Aktenzeichen und der letzte gerichtliche Schriftverkehr sollten inhaltlich zusammenpassen. Die [Versteigerungsakte](/aktuell/versteigerungsakte-ordnen-unterlagen-vor-erstpruefung/) hilft bei der Dokumentenordnung.

Warum der richtige Zeitpunkt entscheidend ist

Verfahrenshilfe wird auf Antrag bewilligt. Die Begünstigungen wirken grundsätzlich ab dem Zeitpunkt des Antrags. Für bereits angefallene Kosten lässt sich die Wirkung nicht beliebig nachholen. Bei einer Frist oder einer anstehenden gerichtlichen Handlung müssen Sie daher den Antrag so vorbereiten, dass er rechtzeitig beim zuständigen Gericht einlangt.

Sichern Sie den Zustellnachweis, den letzten Beschluss und die dazugehörige Frist. Eine anwaltliche Prüfung kann außerdem klären, ob der Antrag die Exekutionshandlung, einen Rechtsbehelf oder einen gesonderten Rechtsstreit betrifft.

Welche Kostenrisiken bleiben bestehen?

Verfahrenshilfe beseitigt nicht jedes Kostenrisiko. Insbesondere kann eine Kostenersatzpflicht gegenüber einem Verfahrensgegner nach den dafür geltenden Regeln bestehen bleiben. Auch die Nachzahlung gestundeter Beträge kann in Betracht kommen, wenn sich die wirtschaftlichen Verhältnisse verbessern. § 71 ZPO sieht dafür eine Prüfung innerhalb von drei Jahren nach dem Ende des Verfahrens vor.

Bei einer Liegenschaftsfeilbietung sollten Sie daher drei Fragen trennen: Welche Kosten fallen für die eigene Verfahrenshandlung an, welche Kosten können gestundet oder erlassen werden und welche Kostenrisiken gegenüber anderen Beteiligten bleiben bestehen? Diese Trennung macht den Antrag und die weitere Finanzplanung nachvollziehbar.

Prüfmatrix

Kostenhilfe vor der nächsten Verfahrenshandlung

Ordnen Sie die Unterlagen nach der Frage, die das Gericht für den konkreten Antrag prüfen muss.

Prüffelder für einen Antrag auf Verfahrenshilfe im Exekutionsverfahren
Prüffeld Konkrete Frage Unterlage
Verfahren Welche Exekutionssache und welche Handlung betrifft der Antrag? Aktenzeichen, Beschluss, Schriftverkehr
Bedürftigkeit Welche Angaben zeigen Einkommen, Vermögen und Belastungen? Vermögensbekenntnis und Belege
Begünstigung Welche Gebühren, Auslagen oder Vertretung sollen erfasst sein? Konkreter Antrag mit gewünschtem Umfang
Zeitpunkt Welche Zustellung oder Frist macht den Antrag dringend? Zustellnachweis und Fristvermerk
Nächste Schritte

Von der Kostenfrage zum geordneten Antrag

Die Reihenfolge verhindert, dass wirtschaftliche Angaben und Verfahrensstand getrennt voneinander eingereicht werden.

  1. 01
    1

    Verfahren bestimmen

    Aktenzeichen, Gericht, Rolle und konkrete Handlung festhalten.

  2. 02
    2

    Finanzielle Lage belegen

    Vermögensbekenntnis und passende Nachweise zusammenstellen.

  3. 03
    3

    Begünstigung benennen

    Gebühren, Auslagen oder anwaltliche Vertretung konkret bezeichnen.

  4. 04
    4

    Zeitpunkt sichern

    Zustellung und anstehende Frist prüfen und den Antrag rechtzeitig einbringen.

Wichtig: Verfahrenshilfe richtet sich nach dem konkreten Verfahren und der konkreten wirtschaftlichen Lage. Bei einer anstehenden Frist sollten Sie Akte, Zustellung und Antrag rasch gemeinsam prüfen lassen.
FAQ

Häufige Fragen

Gilt Verfahrenshilfe auch bei einer Liegenschaftsfeilbietung? +
§ 78 EO verweist für die Voraussetzungen und Wirkungen auf die Verfahrenshilfevorschriften der Zivilprozessordnung. Maßgeblich bleiben das konkrete Exekutionsverfahren und die beantragte Handlung.
Reicht ein geringes Einkommen allein für die Bewilligung? +
Nein. Das Gericht prüft auch Vermögen, notwendige Unterhaltsleistungen sowie die Frage, ob die Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung offenbar mutwillig oder aussichtslos ist.
Übernimmt Verfahrenshilfe automatisch alle Kosten? +
Nein. Der Umfang richtet sich nach der Bewilligung. Kostenrisiken gegenüber anderen Beteiligten und eine mögliche Nachzahlung gestundeter Beträge müssen gesondert geprüft werden.
Kann der Antrag nach einer versäumten Frist nachgeholt werden? +
Auf die Wirkung für bereits angefallene Kosten oder versäumte Zeitpunkte sollten Sie sich nicht verlassen. Bei einer Frist muss der Antrag rechtzeitig beim zuständigen Gericht eingebracht werden.
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